Drahterodieren im Werkzeugbau
Drahterodieren im Werkzeugbau
Drahterodieren ist die Schlüsseltechnologie, wenn im Werkzeugbau höchste Präzision gefragt ist. Ob enge Radien, tiefe Innenkonturen oder gehärtete Werkstoffe: Das Verfahren ermöglicht saubere Schnittgeometrien ohne mechanische Schnittkräfte. So entstehen passgenaue Stempel- und Matrizenkomponenten, stabile Schnittspalte und reproduzierbare Ergebnisse – ideal für langlebige Werkzeuge und sichere Serienprozesse.
Was dank dem Drahterodieren möglich ist
Was dank dem Drahterodieren möglich ist
Drahterodieren ermöglicht im Werkzeugbau hochpräzise Schnitt- und Innenkonturen – auch in gehärteten Stählen. Selbst filigrane Geometrien, enge Radien, tiefe Durchbrüche und komplexe Formen werden ohne Schnittkräfte sauber getrennt. Durch Schrupp- und Feinschnitte entstehen reproduzierbare Passungen, gute Oberflächen und definierte Konturen für langlebige Werkzeuge.
Drahterodieren in der Serienfertigung
Im Folgeverbundwerkzeug sorgt Drahterodieren für exakte Konturen in Stempeln, Matrizen und Einsätzen, die in mehreren Stationen zuverlässig zusammenarbeiten. Innenkonturen, Fenster und Durchbrüche lassen sich präzise herstellen, auch nach dem Härten. So bleiben Schnittspalte stabil, Führungen passen sauber und die Teilequalität bleibt konstant. Drahterodieren unterstützt außerdem schnelle Ersatzteilfertigung bei Verschleiß – ohne Umwege über Weichbearbeitung.
Drahterodieren für kompakte Einzelprozesse
Bei Einstufenwerkzeugen ist Drahterodieren ideal, wenn eine Funktion in einem Hub maximale Maßhaltigkeit verlangt. Schneidkonturen, Passsitze und Konturplatten werden präzise gefertigt und bei Bedarf direkt im gehärteten Zustand bearbeitet. Das reduziert Verzugseinflüsse und erhöht die Wiederholgenauigkeit. Besonders bei kleinen Losgrößen oder schnellen Anpassungen ist Drahterodieren effizient, weil Änderungen an Konturen sauber und nachvollziehbar umgesetzt werden können.
Technische Daten
Fakten zu unserm Maschinenpark
Fakten zu unserm Maschinenpark
Unser Maschinenpark ist auf Präzision, Wiederholgenauigkeit und stabile Prozesse im Werkzeugbau ausgelegt. Von der Einzelteilfertigung bis zur Serienreife sichern definierte Abläufe kurze Durchlaufzeiten, saubere Schnittkanten und passgenaue Komponenten. So entstehen verlässliche Ergebnisse – unterstützt durch dokumentierte Qualitätssicherung und abgestimmte Fertigungs- und Prüfprozesse.
Fanuc a-C600iC
- Verfahrwege (X/Y/Z): 600 mm / 400 mm / 310 mm
- Max. Werkstückgewicht: 1000 kg
- Max. Werkstückabmessungen: 1050 × 820 × 300 mm.
- Drahtdurchmesser: Ø 0,25 mm
Mitsubishi 1200R
- Verfahrwege (X/Y/Z): 600 / 400 / 310 mm
- Verfahrwege (U/V): 150 / 150 mm.
- Max. Werkstückgewicht: 250 Kg
- Max. Werkstückabmessungen: 840 × 640 × 210 mm.
- Drahtdurchmesser: Ø 0,1 – 0,25 mm.
Fanuc a-1iB
- Verfahrwege (X/Y/Z): 550 mm / 370 mm / 310 mm
- Max. Werkstückgewicht: 1000 kg
- Max. Werkstückabmessungen: 1100 × 800 mm
- Drahtdurchmesser 0,25 mm
Präzise Konturen & Durchbrüche
- Schneidkonturen in Stempel- und Matrizenplatten (innen/außen, Fenster, Durchbrüche)
- Innenkonturen ohne Vorfräsen: Startloch bohren, Draht folgt der Kontur
- Enge Radien und tiefe Konturen sauber und maßhaltig realisierbar
Hartbearbeitung & filigrane Geometrien
- Bearbeitung von gehärteten Stählen, PM-Werkstoffen und Hartmetall
- Feine Stege und filigrane Geometrien ohne Werkzeugkräfte
- Minimiertes Verzugsrisiko, ideal für präzise Funktionsteile
Oberflächen, Konus & Passungen
- Konische Schnitte für Freischrägen, Entformung und Führungsflächen
- Schrupp- und mehrere Feinschnitte für bessere Oberfläche und Maßhaltigkeit
- Passungen und Funktionskonturen (Einsätze, Führungen, Schneidleisten) reproduzierbar gefertigt
Technische Details zum Verfahren
Technische Details zum Verfahren
Beim Drahterodieren wird ein dünner Draht per Funkenentladung durch elektrisch leitfähiges Material geführt. Über ein Startloch entstehen präzise Innen- und Außenkonturen, auch bei großen Schnitttiefen und engen Radien. Typisch ist die Kombination aus Schruppschnitt und 2–8 Feinschnitten, um Maßhaltigkeit und Oberfläche gezielt zu verbessern – inklusive konischer Schnitte.
Was ist das Drahterodieren?
Was ist das Drahterodieren?
Drahterodieren ist ein hochpräzises Trennverfahren für elektrisch leitfähige Werkstoffe wie Werkzeugstahl, Edelstahl oder Hartmetall. Dabei wird ein dünner, kontinuierlich nachgeführter Draht als Elektrode verwendet. Zwischen Draht und Werkstück entstehen in einem Dielektrikum (meist entionisiertes Wasser) kontrollierte Funkenentladungen, die winzige Materialpartikel abtragen. So wird die Kontur berührungslos „geschnitten“ – ohne mechanische Schnittkräfte.
Im Werkzeugbau wird Drahterodieren eingesetzt, um sehr genaue Innen- und Außenkonturen, Durchbrüche und Fenster in Stempel- und Matrizenplatten herzustellen. Ein großer Vorteil: Auch gehärtete Materialien können direkt bearbeitet werden, was Nacharbeit reduziert und die Maßhaltigkeit verbessert. Je nach Anforderungen erfolgt zunächst ein schneller Schruppschnitt, danach mehrere Feinschnitte für bessere Oberflächen und enge Toleranzen. Zusätzlich sind konische Schnitte möglich, z. B. für Freischrägen oder Funktionsflächen.
FAQ
01Für welche Werkstoffe eignet sich Drahterodieren?
Für alle elektrisch leitfähigen Materialien, z. B. Werkzeugstahl (auch gehärtet), Edelstahl, Hartmetall und pulvermetallurgische Werkstoffe.
02Welche Geometrien lassen sich mit Drahterodieren herstellen?
Sehr präzise Innen- und Außenkonturen, Fenster, Durchbrüche, enge Radien, tiefe Schnitte sowie konische Konturen (Schrägen/Freischrägen).
03Warum ist Drahterodieren im Werkzeugbau so beliebt?
Weil es ohne mechanische Schnittkräfte arbeitet. Dadurch sind filigrane Geometrien möglich und Verzug oder Gratbildung wird deutlich reduziert.
04Wie entsteht die hohe Maßhaltigkeit und Oberfläche?
Meist durch einen Schruppschnitt und mehrere Feinschnitte (z. B. 2–8 Schlichtgänge). So werden Toleranzen und Oberflächen gezielt verbessert.
05Wann ist Drahterodieren die bessere Wahl als Fräsen?
Wenn gehärtete Teile bearbeitet werden sollen, Innenkonturen sehr exakt sein müssen oder filigrane Stege/enge Radien mit Fräsen kritisch wären.